Einleitung

Unter Bauerhaltung versteht man im weitesten Sinne die Bestandssicherung vorhandener Immobilien und zwar in einem möglichst einwandfreien, dass heißt zweckentsprechenden Zustand. Dazu bedarf es der Pflege und Wartung inklusive der regelmäßigen Reinigung, der Instandhaltung oder Instandsetzung durch die Ausführung notwendiger Reparaturen und den Austausch von Verschleißmaterialien, gegebenenfalls auch der Konservierung der vorhandenen Bausubstanz durch Schutzanstriche oder anderweitig vorbeugende Maßnahmen gegen Beschädigung, Verwitterung oder Schädlingsbefall beispielsweise.

Wirtschaftliche, ästhetische und funktionale Komponenten

Bauerhaltung hat eine wirtschaftliche, eine ästhetische, eine funktionale, aber auch eine gesundheitliche Komponente. Durch regelmäßige Maßnahmen der Bauerhaltung schützt der Immobilienbesitzer seinen Besitz vor Wertverlust. Im besten Falle sichert er damit sogar eine kontinuierliche Wertsteigerung. Er erhält die Nutzbarkeit in dem vorgesehenen Nutzungsumfang und garantiert die Wertigkeit des äußeren und inneren Erscheinungsbildes. Zugleich mit dem Erhalt der vollen Funktionalität der Gesamtimmobilie sichern regelmäßige Maßnahmen der Bauerhaltung auch die Funktionstüchtigkeit der Einzelkomponenten wie Heizung, Belüftung, Klimadämmung und Regenschutz.

Bauerhaltung auch im Interesse des Gesundheitsschutzes

Nicht zuletzt aus gesundheitlichen Aspekten spielt die Bauerhaltung eine wesentliche Rolle bei der Nutzung von Immobilien. So geht es zum einen darum, die Bausubstanz in einem Zustand zu halten, der jegliche bautechnische bzw. baumechanische Gefährdung von Passanten und Nutzern durch herab fallende Ziegel beispielsweise ausschließt, zum anderen aber auch eine bauphysiologisch risikofreie, wohlfühlorientierte Nutzung ermöglicht. Das heißt, stetig frei von Schädlingen, von Schimmelbefall oder anderen belastenden oder belästigenden Faktoren.

Für eine professionelle Bauerhaltung können durchaus auch sehr individuelle Beweggründe eines Immobilienbesitzers sprechen: So sind für manchen Hausherrn einer wohlgepflegten alten Bauernkate nicht selten sehr persönliche Erinnerungen der hauptsächliche Ausgangspunkt für die oftmals liebevolle und auch geldintensive Substanzbewahrung des historischen Kleinods.

Zunehmend erweisen sich auch die steigenden Kosten im Neubaubereich als einflussreicher Faktor für die Bauerhaltung. Selbst in Zeiten leicht sinkender Zinssätze bleiben die finanziellen Aufwendungen für den Neubau von Immobilien insgesamt hoch, zumal sich Baumaterialien und Arbeit, aber auch Grundstücke fast regelmäßig verteuern. Bauerhaltung dient der Ressourcenschonung

Bauerhaltung hat neben der Vielzahl eher individueller Beweggründe eine nicht unerhebliche gesellschaftliche Bedeutung im Rahmen des nachhaltigen Umgangs mit den allmählich zu Ende gehenden Ressourcen. Nicht nur Energie und hochwertige Rohstoffe wie Gold oder Platin werden unablässig knapper, auch die einfachsten Baumaterialien wie Sand, Kalk und Wasser stehen nicht für alle Zeiten unbegrenzt zur Verfügung.

Hinzu kommt das öffentliche Interesse an der Erhaltung des vorhandenen Baubildes, dass in einer Reihe von Fällen durchaus auch mit gesetzlichen Auflagen im Rahmen des Denkmalschutzes durchgesetzt wird.

Wenn das Kind im Brunnen liegt - Sanierung

Wurde über die Jahre hinweg versäumt, durch eine regelmäßige Wartung und Pflege der Immobilie Bausubstanz und technische Infrastruktur zu erhalten, so kommt es meist zu erheblichen Schäden. Das kann soweit gehen, dass die Nutzung eines Gebäudes nicht nur erheblich eingeschränkt, sondern letztlich unmöglich geworden ist. Solche Schäden können dann nur noch durch eine umfassende Sanierung behoben werden. Sanierung ist also die Wiederherstellung des Gebrauchszustandes durch die umfassende Instandsetzung, notfalls verbunden mit einer Entkernung und in den meisten Fällen unter den Aspekten einer umfassenden Modernisierung.

Modernisierende Umgestaltung - Altbausanierung

Im Zuge des technischen Fortschritts, der wachsenden gesetzlichen Anforderungen an die architektonische, technische und funktionale Qualität einer Immobilie und die steigenden Bedürfnisse der Nutzer, machen sich immer häufiger in Bestandsbauten also modernisierende Umgestaltungen notwendig. Auch in diesem Falle wird von einer Sanierung, meist einer Altbausanierung, gesprochen. Zumal eben vor allem solche Altbauten, deren Entstehung längere Zeit zurückliegt, heute nicht mehr die erforderlichen grundlegenden Standards erfüllen hinsichtlich

  • der Wärmedämmung
  • der sanitären Ausstattung
  • in Bürogebäuden aber auch der notwendigen Flucht- und Sicherheitseinrichtungen oder
  • der Behindertengerechtheit.

(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2009, www.bauerhaltung.de

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